Volksbühne Ergste: „So viel Krach in einer Nacht“ – eine gelungene Premiere

Ergste. Trinkfreudige Männer, resolute Frauen, ein vermeintlicher Gesundheitsexperte,  der nicht ganz koscher ist, und eine Tänzerin – da ist das Chaos vorprogrammiert. Knapp drei Stunden handfeste Komödie um Wirrungen und Irrungen im Gasthaus erlebte das Publikum bei der Premiere „So viel Krach in einer Nacht“, die die Volksbühne Ergste am Samstag auf die Bühne der Grundschulturnhalle Ergste aufführte.

Die Skatbrüder sind dem Alkohol nicht abgeneigt.

Gleich von Beginn an werden die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapaziert. Resolut und nicht gerade sanft unternimmt die Magd Vroni (Anja Peschel-Treek) bei dem am Schaukelstuhl gefesselten Opa Alfons (Franz-Josef Wachowiak) die körperliche Grundversorgung – sehr zu seinem Leidwesen. Die Fußnägel werden mit der Gartenschere geschnitten und damit die Haare sitzen, verwendet sie Melkfett. Nach dieser morgendlichen Prozedur, treffen sich der Wirt Gustl (Jörg Oberhaus), Schmotz-Sepp (Marc Gutknecht), Mesner Peter (Rainer Hartmann) und Viehhändler Pius (Carsten Lohmeier) wie jeden Sonntag zum Räuber-Skat und den dazugehörigen alkoholischen Getränken im Gasthaus „Zur goldenen Gans“.

Müsli statt Fleisch

Joschi (Werner Jentsch) überzeugt die Freundinnen von gesunder Ernährung – und seinem Topfset.

Hinzu kommt Joschi (Werner Jentsch), seit langem der einzige Übernachtungsgast im Gasthaus „Zur goldenen Gans“. Er verschmäht angeblich Alkohol und predigt einen gesunden Lebenswandel. Wirtin Agnes (Michaela Figulla), die Turnerfrauen-Vorsitzende Rosmarie (Monika Strasser) und Kirchenorganistin Martha (Theresia Nagora) sind ganz angetan von Joschi. Der Speiseplan wird auf Vollwert- und Trennkost umgestellt und die schlachtreifen Schweine dem Roten Kreuz gespendet.

Und da ganz zufällig Joschi Vertreter für Topfsets ist, die den Damen beim Abnehmen helfen, ordern diese die Utensilien für schlappe 7000 Euro, dazu noch den passenden Herd – natürlich ohne Rücksprache mit ihren Ehemännern zu halten – und begleiten Joschi auch noch zu einer vermeintlichen Gesundheitswoche. Gustl tobt, weil er nichts vernünftiges mehr zu essen bekommt und dann auch noch die gespendeten Schweine. Doch die Sache mit dem Ausflug ihrer Frauen löst eher Freude aus. Können sie doch als Strohwitwer so richtig die Sau raus lassen.

Temperamentvoll und spielfreudig

Es kommt, wie es kommen muss: Der Ausflug der Herren in das städtische Nachtleben endet mit einem fürchterlichen Rausch. Die Tänzerin Lilly (Marina Birkenfeld) bringt die Männer nach Hause. Und zeitgleich treffen die Ehefrauen von der geplatzten Gesundheitswoche wieder ein. Zwischenzeitlich versucht auch noch Opa Alfons die Vroni mit dem Knecht Martin (Wolfgang Strauß) zu verkuppeln. Das Chaos ist komplett. Doch am Ende wurde alles gut – und wie: das erfahren Sie in den nächsten Vorstellungen.

Temperamentvoll  und voller Spielfreude brachten die Darsteller den Dreiakter aus der Feder von Bernd Gombold auf die Bühne. Ständiger Szenenapplaus und lautes Lachen der Zuschauer war  verdienter Lohn an einem amüsanten Abend. Premiere feierten auch Marina Birkenfeld und Bühnenmeister Rainer Hartmann, die, wie alle anderen, in ihren Rollen überzeugten.

Die nächsten Termine:

24. März, 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, Grundschulturnhalle Ergste,

 7. April, 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, Rohrmeisterei

8. April, 16 Uhr, Einlass 14.30 Uhr, Rohrmeisterei

 

 

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